Räumung des Quilombo Campo Grande, MG, am 15. August (englisch

Brazil: MST Families Violently Evicted from their Homes

By Lu Sudré, on August 14, 2020

MST rushing to get books out of their school before it is destroyed

For three days more than 450 landless families of the Movement of Landless Rural Peasants (MST) resisted a violent eviction from their community by the State Military Police in the settlement of Camp Quilombo Campo Grande, in the Brazilian state of Minas Gerais.

During this attack, which lasted more than 60 hours, the Military Police destroyed houses with tractors and the “Eduardo Galeano” school, was destroyed by a backhoe, as the children who attended it were scrambling to try to save their books and toys. The MG Military Police responded by throwing gas bombs, while the community resisted without sleep. Ultimately the security forces set the place on fire, and using helicopters they dropped ashes destroying houses and crops to intimidate the farmers.

For the past 22 years, on the land of an abandoned sugar cane plant, these families have been producing healthy food.  According to the MST in 2019 they produced 8,500 bags of the popular Guaií Coffee and on 1,100 hectares of land 150 varieties of pesticide-free crops such as corn, beans, honey, legumes, vegetables, chickens, cattle and milk.. Now in the midst of the pandemic, these 450 families have nowhere to go, with no work or school.

The MST farmers have been in constant dispute with the owners of the company ownership of the site of the failed Ariadnópolis plant, owned by Companhia Agropecuária Irmãos Azevedo (Capia), which ended its activities in 1996, since the occupation and revitalization of the land since 1998.  When the company went bankrupt, the owners of the company left behind labor debts and the land in a situation of total abandonment.

The struggle ended up in the agrarian court that ruled that 26 hectares of land had to be returned to the titled owners. However, a later decision by Roberto Apolinário de Castro, judge of the Agrarian Court of TJ-MG, increased the total to be reinstated to 52 hectares, increasing the number of affected families.

In an interview with Brasil de Fato, Esther Hoffmann, from the national coordination of the MST, defined reintegration as illegal. According to them, the families had already left the area foreseen in the court sentence.

“The police continue to threaten to go beyond the court decision, which are family parcels, which are not contained within the process of this eviction order. What they want is to illegally evict the families that produce, live, have their buildings and families in that area for more than 20 years,” she said. Basically undermining the entire project.

“They put us at risk, they evicted us in the middle of the pandemic. They are putting families at risk of contamination,” Hoffmann denounced hours before the reintegration.

Even more suspicious was that according to the director, the State Public Defender’s Office and the Public Prosecutor’s Office itself notified the Agrarian Court of the Court of Justice of Minhas Gerais (TJ-MG) that the area provided for in the decision had already been vacated.

The Quilombo Campo Grande has 11 campsites organized in the area. On average, 600 hectares of the land are planted every year.

On the other hand, the businessman Jovane de Souza Moreira is asking for the eviction of the families, who are trying to reactivate the failed plant to comply with a commercial agreement with Jodil Agropecuária e Participações Ltda. The owner of the company in question is João Faria da Silva, considered one of the largest coffee producers in the country.

Judge Walter Zwicker Esbaille Junior, of the Court of Justice of Minhas Gerais (TJ-MG) even determined the recovery in November 2018 in the first instance. However, Judge Marcos Henrique Caldeira Brant suspended the decision.

As the international financial crisis, exacerbated by the pandemic, deepens these 450 families are left out for the search of profit. Meanwhile the MST has launched a campaign of worldwide condemnation.

Englische Übersetzung des brasilianischen MST-Artikels, ergänzt durch Fotos aus dem Camp Quilombo Campo Grande.

Source: Resumen Latinoameicano, translation North America bureau

Europatreffen der Freund*innen der brasilianischen Landlosenbewegung MST 21.-22. März 2020 in Halle (Saale), Deutschland

Hiermit wollen wir Sie ganz herzlich zum „12. Europatreffen der Freund*innen der brasilianischen Landlosenbewegung MST“, vom 21. bis 22. März 2020 in Halle (Saale), Deutschland, einladen. Wir erwarten drei Gäste der MST aus Brasilien, sowie natürlich Amigos aus anderen Ländern Europas zu intensiven Diskussionen und fröhlichen Begegnungen. Bitte melden Sie sich (möglichst) bis 31. Januar an! (Anmeldbogen und das vorläufige Programm anbei, wie stets aktuell hier auf unserer Webseite.)

Das Treffen wird durch eine Konferenzwoche unserer lokalen Partner ab 18.3.2020 bis 24.3.2020 gerahmt, welche unter das Motto  „Inseln der Utopie zwischen Selbstbestimmung und Repression“ gestellt ist. Sie sind herzlich eingeladen emanzipatorische Menschen, Ideen und Projekte in Halle & Umgebung kennenzulernen und über gegenseitige Solidarität zu diskutieren (Anmeldung und Programm ebd.). Die Kosten liegen bei 20.- Euro/p. Übernachtung (incl. Essen).

Fast im Anschluss, vom 27.-29. März, findet in Hamburg die alljährliche ‚Kobra-Frühjahrstragung‘ des Kooperation Brasilien e.V. statt: Zukunftsfähige Alternativen zum industriellen Agrarmodell. Auch dort werden unsere Gäste der MST eine Podiumsdiskussion und einen Workshop mitgestalten. Aktuelle Programmhinweise finden Sie (demnächst) hier.

Zentrales Thema in Vorträgen und Diskussionen mit der MST wird die aktuelle politische Situation in Brasilien sein. Wir wollen aber auch das EU-Mercosur-Abkommen (dieses Jahr sind neue Verhandlungen angekündigt), aktuelle agrarökologische Projekte der MST und Ernährungsfragen in Brasilien sowie die stark zunehmenden juristischen Auseinandersetzungen um bereits (lang) bestehende Siedlungen und die angekündigte rechts-konservative Agrarreform der Regierung Bolsonaro problematisieren. Noch ist (mal wieder ;-)) nicht klar, welche Personen kommen, wovon aber eine endgültige Schwerpunktsetzung abhängt. Zu jedem Thema sind bereits Kolleg*innen aus Deutschland angefragt um nicht nur die Situation dort sondern auch Handlungsmöglichkeiten hier zu diskutieren.

Bolsonaro und die Agrarchemkalien: 239 Neuzulassungen in den ersten 200 Tagen

von Svea Franz

In den ersten 200 Tagen hat die Regierung Bolsonaro bereits mehr Agrargifte neu zugelassen als die EU in den letzten acht Jahren. In Europa waren es 229 neue Substanzen seit 2011 und in Brasilien 239 seit Beginn 2019. Schon seit Juni 2018 liegt der Abgeordnetenkammer ein Gesetzesentwurf vor, der die Autorisierung und Kommerzialisierung neuer und abgewandelter Substanzen vereinfachen soll. Die aktuell beispiellose Geschwindigkeit von Neuzulassungen bringt die konservative Agrar-Fraktion des brasilianischen Parlaments jedoch dazu, ihre Bemühungen um das neue Gesetz einzuschränken. Die Mitglieder dieser Agrar-Fraktion, die die Interessen der Großgrundbesitzer im Parlament vertreten, „haben gesehen, dass sie als Regierungsmacht nicht länger auf die Gesetzgebung angewiesen sind“ erklärt auch Gerson Teixeira, Ex-Präsident des Verbandes der brasilianischen Landreform (ABRA).

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Acampamento Marielle Vive – ein urbanes Zeltlager der MST. Ein Kommentar über Landkonflikte, Leben und Mord und das Zerstören von Ordnungen (Sept 2019)

Von Benjamin Bunk

Am frühen Morgen des 18. Juli 2019 fährt ein Mann seinen Pick-up absichtlich in eine Demonstration der Movimento dos Sem Terra (MST) in Valinhos-SP. Ein 72-jähriger Aktivist aus dem Acampamento Marielle Vive stirbt, zehn weitere werden verletzt. Eine verstörende Handlungsweise, die hier Erinnerungen an den Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt 2016, dort an das Vorgehen gegen die Bewegung der Landlosen in den 1980er Jahren weckt; die erste Tote der Bewegung, Roseli Nunes, wurde auf diese Weise umgebracht. Es entsteht der Eindruck, dass Jahrzehnte der (institutionellen) Demokratisierung in manchen Köpfen keine Spuren hinterlassen haben. Und es stellt sich die Frage, ob in Zeiten, in denen äußere Ordnungen zerstört oder haltlos werden, kein innerer Halt wider den Hass besteht. Dafür steht das MST-Zeltlager Marielle Vive – aber auch für eine neue Erfahrung der MST mit urbanen Besetzungen.

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Produktive MST: ein Einblick in die Arbeit der Kooperativen der Landlosenbewegung (Sept. 2019)

Vorwort von den amigas der MST und
Reisebericht von Felix Gies, El Puente

Seit mehr als 45 Jahren arbeitet die Fairhandels-Organisation El Puente mit Partnern in Afrika, Asien und Lateinamerika zusammen, unter anderem auch mit der MST. Anfang der 1990er Jahre wurde der Mate-Tee der MST-Kooperative Copermate ins Sortiment aufgenommen und belebt seither auch in Deutschland die Gemüter. Dieses und viele weitere fair gehandelte Produkte werden hauptsächlich über die Weltläden vertrieben und auch an Großkunden und Fairhandels-Organisationen in anderen Ländern Europas verkauft.

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Dialogreise: Widerständiges aber Produktives Brasilien, Sept. 2019 mit Luana Carvalho Aguiar (MST– Rio)

Movimento dos Sem Terra und Amigas do MST, Deutschland, in Kooperation mit dem Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika und vielen Anderen

BERLIN

3.09.:    Diskussionsveranstaltung: Frauen gehen voran – Beispiele für agroökologische Praktiken in Rio de Janeiro; mit Silvia Baptista (Rio)

  • 19:00 Uhr; FDCL, Gneisenaustr. 2a [Port. mit konsekutiv Verdolmetschung Deu.]
  • Veranstaltet von: FDCL, in Kooperation mit Situated Knowledges / Global Ecologies Workshop

4.09.     Dialogue (EN): Narratives of socio- environmental justice in Brazil: on the right to the territories and imaginaries; mit Silvia Baptista (Rio), Camila Nóbrega und Barbara Marcel

  • Veranstaltet von: Situated Knowledges/Global Ecologies Workshop

Filmvorführung und Diskussion mit Luana Carvalho Aguiar (MST): Chão – Landless (2019)

  • Veranstaltet von: Nachbarschaftsakademie im Prinzessinnengarten Kreuzberg, Situated Knowledges/Global Ecologies Workshop, Amigos do MST, FDCL, Brasilien Initiative Berlin

5.09.     Vortrag und Filmvorführung mit Luana Carvalho Aguiar (MST): Chão – Landless (2019)

  • Veranstaltet von: Prachttomate, FDCL und Amigas do MST

6.09.     Vortrag und Diskussion mit Luana Carvalho Aguiar (MST) auf dem Gira-Festival: Welches Agro ist pop? Die Lebensmittelproduktion der MST als agrarökologische Alternative

  • 12-16 Uhr:; New Yorck im Bethanien, Mariannenpl. 2a [Port. mit konsekutiv Verdolmetschung Deu.]

FRANKFURT UND KÖLN

7.09.     Aktionstag mit Feijoada, Vortrag, Filmvorführung, Protest und Tanz

Ort: Rudolfstraße 13 (Gallusviertel), 60327 Frankfurt

  •    ab 13 Uhr: Feijoada und mehr
  • ab 14:00 Uhr: Brasilianischer Chor „Canta Resistencia“ & Vorstellung und Diskussion von Abá und anderen lokalen Aktionsgruppen
  • 15 Uhr: Filmvorführung und Diskussion: Chão – Landless (2019), über eine Landbesetzung der Landlosenbewegung (MST) in Goiás, Brasilien
  • 17:30 Vortrag von Luana Carvalho Aguiar (MST): Brasilien und der aktive Widerstand der Landlosenbewegung
  • Kurzprogramm nebenbei: Präsentation von Kurzfilmen, Kampagne Lula Livre, Kampagne gegen Agrotóxicos; Petitionen zum Amazonas; Kinderbetreuung und Kinderprogramm
  •    20:00 – 22.00 Festa Brasileira &

   Veranstaltet von Abá e.V, Amigas do MST und mehr  

8.09.     Mitgliederversammlung der Freundinnen der Landlosenbewegung MST

  • Zeit: 12.30 -15.30 Uhr, Pfarrheim Maria Hilf, Frankfurt

Vortrag und Filmvorführung mit Luana Carvalho Aguiar (MST): Chão – Landless (2019)

10.09.   Besuch und Austausch bei der SOLAWI – Solidarische Landwirtschaft, Gruppe Mannheim/Ludwigshafen

  • Zeit: 16 Uhr; Ort: N.N.

Die Kämpfe der Landlosenbewegung in Brasilien unter der neuen rechtskonservativen Regierung – Information und Diskussion

  • 19-21 Uhr; Gewerkschaftshaus Mannheim, Hans-Böckler-Str. 1 [Port. mit konsekutiv
  • Veranstaltet von: Arbeitskreis: „Solidarität mit brasilianischen Gewerkschaften“ im DGB (Region Nordbaden), dem Eine-Welt-Forum; dem Zukunftsforum Gewerkschaften Rhein-Neckar, Amigas do MST

11.09.   Besuch bei Bioservice Südbaden gGmbH

Ort: Eichstetten i. Br., Freiburg

Gesprächsrunde mit der ABL

   Zeit: ca. 20-22.00 Uhr; Eichstätten

12.09.  Fachgespräch: Politik in Brasilien – Widerständige Perspektiven

Zeit: 16.30, Ort: KoBra, Kronenstraße 16a, 79100 Freiburg

  • Veranstaltet von Kobra e.V und Amigoas do MST