Agrobusiness – Landwirtschaft zum Wohle weniger

Ein Kommentar aus Brasilien von Manuel Graf, über Agrobusiness und die Forderungen der ländlichen Sozialen Bewegungen

Keine 500 Meter von meinem Zuhause entfernt schleppt sich etwa alle viertel Stunde ein schwer beladener Güterzug vorbei in Richtung des 50 Kilometer entfernten Porto de Santos, dem größten Hafen Lateinamerikas. Ein Spaziergang an der Bahnlinie entlang gibt Aufschluss über deren Fracht: hauptsächlich Maiskörner und Sojabohnen sind auf dem Boden verstreut. Von Santos aus gehen diese Erzeugnisse dann in alle Welt, wo sie in Futtertrögen oder als Ethanol verarbeitet in Autotanks landen. Heute bestehen 80% der brasilianischen Exporte aus landwirtschaftlichen und industriellen Rohstoffen, was gegenüber 1980 ein Rückschritt darstellt, als der Anteil der Industrieprodukte am Export bei 60% lag. Weiterlesen

Conflitos no Campo 2007

Seit 23 Jahren verfasst die Comissão Pastoral da Terra einen jährlichen Bericht, in welchem die Gewalt auf dem Land dokumentiert wird. Auf den ersten Blick scheinen die Landkonflikte welchen die ländliche Bevölkerung, deren Bewegungen und Organisationen ausgesetzt sind, im Jahr 2007 [1] zurück gegangen zu sein. (erschienen Brasilicum 170, Mai 2008)

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Auftraggeber im Fall Dorothy freigesprochen!

Mit Bestürzung haben wir die Nachricht der Freilassung des Fazndeiros Vitalimar Bastos de Moura vernommen. Dieser wurde als Auftraggeber der 74-jährigen Nonne Dorothy Stang rechtskräftig zu mehr als 20 Jahren verurteilt. Dennoch wurde der fazendeiro jetzt nach 20-minütiger Verhandlung in der 2.Instanz freigesprochen.

Wir bitten Sie, sich dafür einzusetzen, dass auch im Bundesstaat Pará rechtsstaatliche Grundsätze angewendet werden und nicht nur der pistoleiro eine Haftstrafe zu verbüssen hat sondern ebenso dessen Auftraggeber zur Rechenschaft gezogen wird.

Secretária de Estado Maria do Socorro Gomes

Fone: (91) 4009-2700
Fax: (91) 3225-1632 / 3242-9651
Email: seju@seju.pa.gov.br
Endereço: Rua 28 de setembro nº 339 – Comércio
Belém-PA – CEP: 66010-100

Und immer wieder Dorothy

Am 12. Februar jährte sich zum dritten Mal der Mord an der Ordensschwester Dorothy in Anapu, im Bundesstaat Pará. Die beiden Todesschützen Rayfran das Neves Sales und Clodoaldo Batista, der Mittelsmann Amair Feijoli da Cunha und einer der Auftraggeber Vitalmiro Bastos de Moura wurden inzwischen verurteilt und sitzen sogar in Haft. Im Kontext einer Regierung Lula, welche die Föderalisierung der Prozesse und polizeilichen Ermittlungen ermöglichte, und der internationalen Aufmerksamkeit, ist dies ein bemerkenswert einzigartiger und schneller rechtlicher Erfolg – aber nicht genug!

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