30 Jahre Landlosenbewegung MST (Gastbeitrag Brasiliennachrichten)

Von Günther Schulz (Juli 2014)
Im Januar dieses Jahres feierte die Landlosenbewegung MST ihr 30jähriges Bestehen, und aus diesem Anlass trafen sich vom 10. bis zum 14. Februar 2014 beim sechsten MST-Nationalkongress ungefähr 16.000 Teilnehmer aus ganz Brasilien. Nicht nur zum Feiern, sondern auch um sich über die künftige Vorgehensweise Gedanken zu machen.

Marsch gegen Monsanto (Freiburg)

24. Mai 2014; Rede von Wolfagng Hees (Amigas do MST) auf dem „Marsch gegen Monsanto“ (Freiburg)  [Mehr…Video]

Liebe AktivistInnen, liebe Interessierte,

heute ist der Internationale Aktionstag  „March against Monsanto“ & Co – in 500 Städten weltweit  demonstrieren wir unter dem Thema Konsum-rEvolution gegen die Machenschaften von Chemie und Biotec-Konzerne und das gesamte Agrobusiness:  Monsanto, BASF, Bayer, Du Pont-Pioneer, Dow Chemicals, Pfizer, Syngenta, KWS aber auch die Händler wie Cargill, Toepfer, Bunge, Archer Midlands oder die Technikkonzerne  wie Agco (Fendt, Massey-Fergusson, Challenger, Valtra etc).

Immer mehr verquickt (gerade letzten Monat haben sich Du Pont Chemie mit Pioneer Saatgut und Getreidehandel und Agco zu einer neuen Kooperation zusammen geschlossen) bieten sie nur noch ein Modell der Weltlandwirtschaft an: Gentechnik, Gift, chemischen Dünger, Großtechnik und Monokulturen. Weiterlesen

30 Jahre MST/VI. Nationalkongress: Wir haben vor den Großgrundbesitzern nie den Kopf gesenkt – warum sollten wir jetzt vor dem Finanzkapital in die Knie gehen?

Von Wolfgang Hees, (Freunde des MST, Deutschland)

Die Landlosen vom MST zeigen auf ihrem 6. Nationalkongress zum dreißigjährigen Bestehen ihrer Bewegung Kampfgeist, Realitätssinn und Stärke, sie schließen neue Allianzen und setzen auf den ökologischen Anbau.

 „Kämpfen. Eine von der Bevölkerung getragene Agrarreform umsetzen“

Es war immer wieder aufs Neue überwältigend, in die Sportarena Nilson Nelson der brasilianischen Hauptstadt Brasilia zu schauen, während hier der 6. Nationalkongress der brasilianischen Landlosenbewegung MST tagte und tobte. Über 15.000 Mitglieder aus allen Landesteilen Brasiliens formten ein bewegtes Meer roter MST-Fahnen, – Kappen und – Hemden, aus denen als Farbtupfer die grünen Fahnen der weltweiten Kleinbauernbewegung Via Campesina herausstachen. Sprechchöre wiederholten immer wieder das Motto des neuen 5 Jahresplans: „Kämpfen. Eine von der Bevölkerung getragene Agrarreform umsetzen!“ Weiterlesen

30 Jahre MST: Mehr als nur der Kampf um Land

(von Manuel Graf, 19.02.2014, Brasilien/Venezuela)

Der Großteil der Landbevölkerung Brasiliens befindet sich nach wie vor in einer schwierigen Lage. Auch unter Dilma Rouseff, die seit 2011 die Regierung stellt, konnten keine strukturelle Veränderungen am landwirtschaftlichen Modell des Agrobusiness erreicht werden. Im Jahr 2013 wurde so wenigen Familien Land zugesprochen, wie seit Jahren nicht mehr. Grund dafür ist nicht nur fehlender politischer Wille der PT-Regierung und die schwierigen Mehrheitsverhältnisse im brasilianischen Kongress, sondern auch der konservative Justizapparat. Dazu kommt der hohe Druck von Seiten multinationaler Konzerne, des Finanzkapitals und der Großgrundbesitzer, sowie die Monopolstellung konservativer und neoliberaler privater Medien. Weiterlesen

VI. Nationalkongress der MST, 9.-14.02.2014

Link

VI Nationalkongress der MST, 9.-14.02.2014

Von 9. bis 14. Februar 2014 findet in Brasilia der VI. Nationalkongress der brasilianischen Landlosenbewegung statt. Erwartet werden anlässlich ihres 30jährigen Bestehes etwa 15 000 Landlose, viele internationale Gäste und eine Kampfansage an die aktuelle Regierung deren Untätigkeit hinsichtlich einer notwendigen Agrarreform in Brasilien nicht tatenlos hinzunehmen.

Motto: Lutar, Construir Reforma Agrária Popular!

Leitspruch: Kampf, der Weg zu einer sozialen Agrarreform!

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Die kommenden Tage wollen wir hier Links (portugiesisch), eigene Berichte und Fotos von dem Nationalkongress und eine Übersetzung der zentralen Erklärungen zugänglich machen:

  • Artikel: 30 Jahre MST – Mehr als nur der Kampf um Land

Der Großteil der Landbevölkerung Brasiliens befindet sich nach wie vor in einer schwierigen Lage. Auch unter Dilma Rouseff, die seit 2011 die Regierung stellt, konnten keine strukturelle Veränderungen am landwirtschaftlichen Modell des Agrobusiness erreicht werden. Im Jahr 2013 wurde so wenigen Familien Land zugesprochen, wie seit Jahren nicht mehr. Grund dafür ist nicht nur fehlender politischer Wille der PT-Regierung und die schwierigen Mehrheitsverhältnisse im brasilianischen Kongress, sondern auch der konservative Justizapparat. Dazu kommt der hohe Druck von Seiten multinationaler Konzerne, des Finanzkapitals und der Großgrundbesitzer, sowie die Monopolstellung konservativer und neoliberaler privater Medien…  (mehr…)

  • Das Programm einer ländlichen Entwicklung der MST (pdf; mehr…), Ergebniss eines seit zwei Jahren geführten Diskussionsprozesses in den einzelnen Zeltlagern, Siedlungen und Arbeitsgruppen/Sektoren.
  • Ein umfangreicher Artikel im „Guardian“ zum Nationalkongress (mehr…)
  • Portugiesische Webseite zum Nationalkongress mit Interviews, Bildern und Erklärungen (mehr…)
    • Kommentar und Fotos zur Eröffnung in der Folha de S.Paulo (mehr…)
    • 16 000 protestieren friedlich für eine Agrarreform und den sozialen Wandel in der Hauptstadt: Polizei reagiert mit Konfrontation (mehr…)
    • Sitzung mit der Präsidentin Dilma: Die MST bekräftigt ihre Forderung nach einer Agrarreform als alternatives Modell einer lädnlichen Entwicklung (mehr…)
    • Eindrücke der Auftaktveranstaltung des MST-Kongresses (video…), weitere Videos der MST von und über den Kongress (mehr…).
    • „Sem Terrinha“ besetzen das Erziehungsministerium (video…)

 

Landkonflikte in Felisburgo und aktuelle Proteste in Belo Horizonte

Bis heute ist der ländliche Raum in Brasilien durch gewaltsame
Landkonflikte geprägt. Das Massaker von Eldorado de Carajás oder die
Ermordung der amerikanischen Ordensschwester Dorothy Stang sind hierfür
nur die prominentesten Beispiele.
Eines der größten Hindernisse für friedliche und demokratische
Auseinandersetzung und damit  gerechte Entwicklung des ländlichen Raums
ist die weitgehende Straflosigkeit auf Seiten der Großgrundbesitzer.

Am 20. November 2004 wurden in der Nähe von Felisburgo, im Hinterland
von Minas Gerais, Brasilien, 5 landlose Landarbeiter durch einen
Großgrundbesitzer und seine Privatmiliz ermordet und 20 weitere
verletzt. Bis heute gab es keine rechtskräftige Verurteilung.
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