Online-Vortragsreihe mit der MST im Wahljahr 2022

26. März 2022: Situação política e perspectivas do Brasil
Zur politischen Lage und den Perspektiven Brasiliens

Referent: João Pedro Stédile, Direção Nacional do MST
Simultanverdolmetschung: portuguiesisch/deutsch
Zeit: 15-16:30 Uhr (CET)
Moderation: Wolfgang Hees & Fabian Kern
Im Rahmen der Kobra-Frühjahrstagung, 25.-27.03.2022, Hamburg

5. Mai 2022: Feminismo Campones – a luta das mulheres do campo
Ländlicher Feminismus – Kämpfe der Frauen auf dem Land

Referentin: Dr. Kelli Mafort, Direção Nacional do MST
Simultanverdolmetschung: portuguiesisch/deutsch
Zeit: 19-21 Uhr (CET)
Moderation: Juliana Canedo

2. Juni 2022: A crise ambiental e as soluções populares
Die ökologische Krise und alternative Wege

Referentin: Bárbara Loureiro, Coordenação do Plano Nacional Plantar Arvores e
Produzir Alimentos Saudáveis
Simultanverdolmetschung: portuguiesisch/deutsch
Zeit: 19-21 Uhr (CET)
Moderation: Benjamin Bunk

In Zusammenarbeit mit FDCL, Brasilieninitiative Berlin, KoBra – Kooperation Brasilien

Organisation: Benjamin Bunk, Mareike Wiegels, Christian Russau, Fabian Kern

Einmalige Anmeldung bitte per Mail an: vortragsreihe.2022@mstbrasilien.de
–> Der Link zur jeweiligen Veranstaltung wird am Tag vorher verschickt

Weitere Präsenz-Abendveranstaltungen (in Zusammenarbeit):
Giftige Pestizide – ein globales Geschäft auf Kosten von Mensch und Umwelt

27.4. Berlin (BfdW), 19-21 Uhr: Brasilien: „Vom Paradies der Agrargifte zum Paradies der Agrarökologie – mission impossible?
Mehr Infos hier

28.4. Köln (Allerweltshaus): 19-21 Uhr: „Giftige Pestizide in Brasilien: Der Fall des Chemieriesen Bayer im Fokus“
Referentin: u.a. Prof. Dr. Larissa Bombardi, USP/Brüssel
Konsekutivverdolmetschung: portuguiesisch/deutsch; zzgl. Livestream
Detaillierte Informationen: zu Inhalt, Zeit & Ort: FDCL
Mehr Infos hier

Veranstaltungsflyer als .pdf

MAIZ eine künstlerisch-politische Performance zur biologischen Vielfalt und dem Aussterben unserer Kulturpflanzen

Sonntag, 08. Oktober um 16:00 Uhr im Bahnhofspavillion Eichstetten – Eintritt frei

Anhand des Länderbeispiels Mexiko – dem Ursprungsland des Maises – werden in der Performance MAIZ verschiedene Perspektiven und Gründe um das Aussterben der Kulturpflanzen aufgezeigt. Dabei wird sowohl auf die kulturelle und biologische Vielfalt des Getreides – einem der Grundnahrungsmittel in Lateinamerika – als auch auf sozio-ökonomische Auswirkungen und globale Zusammenhänge eingegangen.

Gerade durch die gegenwärtige Auseinandersetzung um Megafusionen im Agrarbereich (DuMont-Syngenta oder Monsanto-Bayer) greifen wir mit MAIZ ein kontrovers diskutierbares Thema auf.

Im Anschluss an die Performance – bestehend aus einer bilingualen Lesung (spanisch-deutsch) mit Musik und Elementen aus Theater/Tanz – wird dem Publikum die Möglichkeit gegeben, sich über die Themeninhalte auszutauschen.

Eine Veranstaltung der Freunde der brasilianischen Landlosenbewegung MST, Naturkost Rinklin, dem Kaiserstühler Samengarten und der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft AbL

Unser Tipp: im Samengarten Eichstetten findet ebenfalls am 08. Oktober jedoch schon um 13:00 Uhr eine allgemeine Führung mit anschließender Saatgutaufbereitung statt.

Agrobusiness – Landwirtschaft zum Wohle weniger

Ein Kommentar aus Brasilien von Manuel Graf, über Agrobusiness und die Forderungen der ländlichen Sozialen Bewegungen

Keine 500 Meter von meinem Zuhause entfernt schleppt sich etwa alle viertel Stunde ein schwer beladener Güterzug vorbei in Richtung des 50 Kilometer entfernten Porto de Santos, dem größten Hafen Lateinamerikas. Ein Spaziergang an der Bahnlinie entlang gibt Aufschluss über deren Fracht: hauptsächlich Maiskörner und Sojabohnen sind auf dem Boden verstreut. Von Santos aus gehen diese Erzeugnisse dann in alle Welt, wo sie in Futtertrögen oder als Ethanol verarbeitet in Autotanks landen. Heute bestehen 80% der brasilianischen Exporte aus landwirtschaftlichen und industriellen Rohstoffen, was gegenüber 1980 ein Rückschritt darstellt, als der Anteil der Industrieprodukte am Export bei 60% lag. Weiterlesen

Das Gift des Agrobusinesses

Schädlingsbekämpfungsmittel kontaminieren Lebensmittel und die Umwelt

Übersetzung aus „Letraviva¹, 11. April 2011“, anlässlich der „Campanha Permanente contra o Uso dos Agrotóxicos e pela Vida“ (ständige Kampagne gegen Pestizide & Düngemittel und für das Leben)
von Manuel Graf

Die Vereinigung des Finanzkapitals mit dem traditionellen Großgrundbesitz brachte das sogenannte „moderne“ Agrobusiness hervor. Diese Logik der Ausbeutung der Erde – gekennzeichnet durch riesige Anbauflächen, Monokulturen, hauptsächlich exportorientierte Getreideproduktion, Mechanisierung und damit Abbau der Arbeitsplätze und Niedriglöhnen – erfordert zudem einen giftigen Inhaltsstoff. Weiterlesen

Agrarreform als Sozialpolitik

Kommentar von Benjamin Bunk, erschienen In: Zeitschrift der Informationsstelle Lateinamerika (ila), Nr. 339, S. 18-21.

Lula ist 2002 mit dem Versprechen angetreten, die Agrarreform in Brasilien umzusetzen. Ein Präsident, der mit der Movimento dos Sem Terra (MST) verhandelt und deren Mütze öffentlich trägt: Das schürt Erwartungen!

Gleich zu Beginn der Amtszeit wurde ein nationaler „Plan zur Umsetzung der Agrarreform“ verabschiedet mit der konkreten Vorgabe, 540 000 Familien neu anzusiedelnden und einen Großteil der nicht geregelten Besitzrechte von Ribeirinhos (Flussanrainern) und Quilombolas (BewohnerInnen der quilombos, der  ehemaligen Siedlungen entlaufener SklavInnen) zu legalisieren. Doch diese Vereinbarung wurde nur zu einem Drittel erfüllt und nach deren Auslaufen 2007 nicht weiter verlängert. Auch das Vorgehen gegen „sklavereiähnliche Arbeitsbedingungen“ wurde verschärft und intensiviert sowie der Versuch gestartet, über Bundesbehörden Einfluss auf die faktische Straflosigkeit in einigen Bundesländern auszuüben. Auch diese Maßnahmen waren nur bedingt erfolgreich, wie die aktuellen Zahlen der Kommission der Landpastoral (CPT) zu Landkonflikten zeigen. Weiterlesen

Wir müssen die Städte überzeugen: Interview

mit Maria Salete Campigotto von MST Brasilien

(Erschienen in ILA, 339, Oktober 2010)

Seit der ersten Landbesetzung auf der Fazenda Anoni ist Salete in der Landlosenbewegung als Lehrerin aktiv. Sie war lange in der Landeskoordination von Rio Grande do Sul tätig und leitet heute eine ihrer Berufsschulen. Im September war sie zu Besuch in Deutschland anlässlich der 30jährigen Feierlichkeiten des Right Livelyhood Awards (Alternativer Nobelpreis) in Bonn. Im Gespräch schildert sie ihre persönliche Sicht auf 26 Jahre Landlosenbewegung, analysiert die Regierungszeit Lulas hinsichtlich der Agrarreform und gibt Einblick in die aktuellen Ideen und Debatten in der Landlosenbewegung. Weiterlesen

Polizei terrorisiert Aktivisten

der Landlosenbewegung MST um das Unternehmen Cutrale zu verteidigen

Polizeiliche Such- und Festnahmeaktion von Aktivisten der MST, die illegal angeeignetes Land des transnationalen Konzerns besetzten, traumatisiert deren Familienangehörige

von Eduardo Sales de Lima, aus Borebi, S.P. zugesandt ( veröffentlicht in „Brasil de Fato“, 19.2.2010)

(Übersetzung: Christiane Trümper Portella)

„Wirst du wohl aufstehen, du Nichtsnutz? Was, Sie nehmen Drogen?“ Es war um 5 Uhr morgens, als die Tür aus Zeltplane und Holz von Gentil Alves, 78 Jahre, von vier Männern herausgerissen wurde. Allein in seiner Hütte sah er, wie die Kleidung seiner Familie auf den Boden und durchgewühlt  wurde. Weiterlesen

Monokulturen – Bodenspekulation – Vertreibung

Die Folgen des Emissionshandels mit Feldern und Wäldern

Der florierende Handel mit Emissionszertifikaten soll dem Klimaschutz dienen, braucht aber Land, sehr viel Land. Denn es entsteht ein neues Segment des marktbasierten Klimaschutzes: der Erhalt von Böden, Wiesen und Wäldern als Kohlenstoffsenken. Regierungen, Unternehmen und Privatpersonen investieren in, so die Annahme, emissionsmindernde Projekte (etwa Waldschutz, Aufforstung, Bioenergie, bodenschonenden Ackerbau) und erhalten dafür ein Zertifikat. Während dies Privatpersonen ein gutes Gewissen verschafft, dient es Unternehmen zur Imagepflege oder zur Anrechnung auf ihre verpflichtenden Emissionsminderungen in regulierten Kohlenstoffmärkten.

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