Veranstaltungsreihe mit Vertreter*innen der MST aus Brasilien, vom 11.-20. April 2018

Brasilien – Kampf ums Land: ZIVILGESELLSCHAFT UNTER DRUCK

[Flyer_Rundreise MST 2018]

Der internationale Tag des kleinbäuerlichen Widerstandes am 17. April steht in
diesem Jahr wieder im Zeichen der Rechte von Kleinbäuerinnen und
Kleinbauern. Obwohl sie 70% der weltweiten Nahrungsmittel produzieren,
haben sie oft selbst nicht genug zu essen: 50% der weltweit 800 Millionen
Hungernden sind Kleinbäuerinnen und Kleinbauern. Weiterlesen

Monokulturen – Bodenspekulation – Vertreibung

Die Folgen des Emissionshandels mit Feldern und Wäldern

Der florierende Handel mit Emissionszertifikaten soll dem Klimaschutz dienen, braucht aber Land, sehr viel Land. Denn es entsteht ein neues Segment des marktbasierten Klimaschutzes: der Erhalt von Böden, Wiesen und Wäldern als Kohlenstoffsenken. Regierungen, Unternehmen und Privatpersonen investieren in, so die Annahme, emissionsmindernde Projekte (etwa Waldschutz, Aufforstung, Bioenergie, bodenschonenden Ackerbau) und erhalten dafür ein Zertifikat. Während dies Privatpersonen ein gutes Gewissen verschafft, dient es Unternehmen zur Imagepflege oder zur Anrechnung auf ihre verpflichtenden Emissionsminderungen in regulierten Kohlenstoffmärkten.

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Brasilien Landreform und Klimagerechtigkeit

Der Flächenstaat Brasilien ist geprägt durch eine extrem ungleiche Landverteilung. In Brasilien besitzen etwa 10 % der Bevölkerung rund 80 % des Landes. Diese Situation ist sowohl Folge historischer Entwicklungen in Brasilien als auch eine Folge der Globalisierung der Weltwirtschaft. Insbesondere in den letzten 50 Jahren hat sich das Verhältnis von Landbevölkerung und Stadtbevölkerung in Brasilien praktisch ins Gegenteil verkehrt. Heute leben aufgrund dieser „Landflucht“ 85% der brasilianischen Bevölkerung in Städten. Die Folge sind gewaltsame Konflikte auf dem Land und massive soziale Konflikte in den Städten. Die Agrarpolitik und insbesondere der Wirtschafts-, und Exportpolitik der letzten Jahre in Brasilien hat diese Entwicklung gefördert.

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Eukalyptus-Großplantagen

Von Via Campesina – Rio Grande do Sul – 2006, zusammengefasst von Gislene Lima, November 2009. Für KoBra aus dem brasilianischen Portugiesisch von Sylvia Meyer

Um die Bedrohung von Mensch und Umwelt durch Eukalyptusmonokulturen zu verstehen, ist es notwendig zu wissen, wie und warum sie in Brasilien eingeführt wurden.

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MST erneut unter Beschuss

für KoBra von Kirsten Bredenbeck, September und November 2009

Anfang September wartete das brasilianische Wochenmagazin Veja mit der Titelgeschichte “Im Geldschrank der MST” auf; das Journal O Globo und die Zeitung Estado berichteten ausführlich über den Artikel. Veja habe Zugang zu den Bankdaten von vier Organisationen erhalten, die sie als finanziellen Arm der MST ausgemacht hat. Weiterlesen

Ökologische Landwirtschaft in den Agrarreformgebieten

des MST im Norden von Minas Gerais: Herausforderungen und Möglichkeiten

Von Tatiana Gomes, MST Minas Gerais, November 2009, für KoBra aus dem brasilianischen Portugiesisch von Jürgen Stahn.

In Brasilien steht eine Agrarreform heute nicht mehr auf der Agenda nationaler Vorhaben und ist noch weniger Bestandteil von Regierungsprogrammen.

Aus der Verbindung zwischen internationalem Finanzkapital und dem Großgrundbesitz entstand das Agrobusiness, die agroindustrielle Landwirtschaft. Deren Folge ist eine neuartige Produktionsweise, der großflächige Anbau von Rohstoffen für agroindustrielle Produkte. Dafür sind die Mechanisierung der Produktionsprozesse sowie der Einsatz von Agrochemikalien und von gentechnisch verändertem Saatgut in der Landwirtschaft unabdingbare Voraussetzung.

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Aktualisierung der Produktivitätszahlen

Für KoBra von Kirsten Bredenbeck, September 2009

Mitte August kündigte Lula eine Aktualisierung der Produktivitätszahlen für Latifundien an, die ab 2010 gelten soll, und forderte die beiden Minister für Agrarentwicklung und für Landwirtschaft auf, hierzu eine interministerielle Verordnung zu erlassen. Latifundien, die den Produktivitätszahlen zufolge als unproduktiv eingestuft werden, können in Brasilien enteignet werden. Bei aktuelleren Produktivitätszahlen würden etliche Latifundien mehr als heute als unproduktiv gelten und damit für Landreformzwecke enteignet werden können. Nach Daten einer Studie des Landwirtschaftsministeriums, die es im Juli vorgelegt hatte, hat sich die Produktivität in Brasilien seit 1975 im Schnitt jährlich um knapp 3,7% erhöht, wobei der jährliche Produktivitätszuwachs in den letzten acht Jahren sogar knapp 5,6% betrug.

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Neues Gesetz legalisiert Landraub in Amazonien

Von Keno Tönjes, August 2009

Lange wurde um eine Regelung für die etwa eine Million illegalen SiedlerInnen gestritten, die sich in Amazonien auf 674.000 km² öffentlichen Landes niedergelassen haben. Die Fläche entspricht 80% des illegal besetzten Landes und etwa der Fläche Frankreichs. Jetzt ist das Gesetz durch alle Instanzen gegangen und NaturschützerInnen sehen sich als klare VerliererInnen.

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Agrarreform in Brasilien: Ernüchternde Zahlen

Für KoBra von Kirsten Bredenbeck, Mai 2009

Zu Beginn seiner Regierungszeit hatte der brasilianische Präsident Lula einen Agrarreformplan ausarbeiten lassen. Dieser endete mit dem Jahr 2007. Ein anschließender Agrarreformplan wurde von der brasilianischen Regierung nicht entwickelt. Knapp 5 Mio brasilianische Familien sind landlos, während gut 4.000 Großgrundbesitzer über 85 Millionen Hektar Land verfügen.

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Amazonien: Klimapolitik und Amazonas

In: Amazonien. Stadt – Land -Fluss. Das größte zusammenhängende Regenwaldgebiet der Erde zwischen Schutz und Nutzung
Eine neue Publikation von: Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt e. V. (ASW), Fórum da Amazônia Oriental (FAOR) und Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika e.V. (FDCL). Berlin, 2009.

Wird das Klima in Amazonien gerettet?

Tropenwälder in den internationalen Klimaverhandlungen In den trüben Dezembertagen des polnischen Winters 2008 konnte das tropische Brasilien glänzen: Während der Klima-Konferenz in Poznan lancierte der brasilianische Umweltminister, Carlos Minc, den „Nationalen Plan über Klimaveränderung“. Brasilien hatte damit den Entwurf für eine Klimapolitik vorgelegt, die freiwillige Reduktionsziele beinhaltet. In Poznan fehlte es nicht an Lob und Ehrgeiz. Al Gore betonte, dass Brasilien nun eine führende Rolle bei den Kimaverhandlungen übernommen habe und Ban Ki-Moon bezeichnete die brasilianische Wirtschaft gar als eine der grünsten der Welt. Minister Minc konnte triumphieren: “Brasilien hat lange in der Defensive gespielt. Wir möchten nun eine Führungsrolle übernehmen.” Aber trifft das zu?

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